In: MEDIEN
19. Jun 2009
Fangen wir doch mal mit dem Positiven an: Es gibt noch junge Menschen, die sich für Politik interessieren und zugleich noch stark machen. Das macht doch Hoffnung für die Zukunft. Dennoch: Aus der vielversprechenden Idee des ZDF, Nachwuchs-Politiker zu casten, hätte man viel mehr machen können. Die am Freitag ausgestrahlte Entscheidungsshow von “Ich kann Kanzler!” entpuppte sich in weiten Teilen leider als schrecklich langweilig: Meist belanglose Wettbewerbe und eine Kuschel-Stimmung zwischen den Kandidaten – große Koalition light, sozusagen.
Leider erwies sich auch Steffen Seibert bei “Ich kann Kanzler!” nicht gerade als Idealbesetzung. Wer dachte, nur Thomas Gottschalk habe Schwierigkeiten, sich einen zweistündigen Show-Ablauf zu merken, der hat sich geirrt. Seibert hangelte sich durch die Sendung und wirkte regelrecht erleichtert, als dann alles zu Ende war. Gleiches gilt wohl auch für die Verantwortlichen des ZDF, die nach dem Quoten-Desaster vom Donnerstag wohl kaum noch Hoffnung auf Besserung beim Finale gehabt haben dürfen.
Immerhin: Mit Jacob Schrot, einem 18-Jährigen aus Brandenburg, gab es einen verdienten Sieger. In diesem Alter sich so sehr für Politik stark zu machen und dennoch nicht unsympathisch zu wirken, ist schon eine große Leistung. Man kann nur hoffen, dass man ihn in einigen Jahren irgendwo auf der Politbühne wiedersehen wird.
Mein Name ist Alexander Krei. Ich schreibe für das Medienmagazin DWDL.de. Doch nicht nur Fernsehen interessiert mich - ich studiere unter anderem Deutsch und Politik. Einen kleinen Einblick soll dieser Blog bieten.