
Fast alle dürften sich einig sein: Gegen “Bauer sucht Frau” wird es Johannes B. Kerner schwer haben. Da verwundert es auch nicht, dass Kerner selbst vor seiner Premiere tiefstapelte und deutlich machte, dass die 30. Sendung wohl wichtiger sei als die erste. Ganz unrecht dürfte er nicht haben, schließlich ist schon jetzt klar, dass Sat.1 einen langen Atem benötigen wird.
Ein aktuelles Magazin, und dann noch zu einer solchen Sendezeit, sind Sat.1-Zuschauer einfach nicht mehr gewohnt. Da wird es nicht einfach, das Publikum begeistern zu können. Doch Kerner hat auch Vorteile: Etwa, dass er sich auf sein erfahrenes Team verlassen kann – ein Team, das bereits seine ZDF-Talkshow erfolgreich bewältigte. Das wiederum brigt aber natürlich auch wiederum Probleme: Kerner galt bislang eher als Liebling der Schwiegermütter und nicht als Zugpferd der jungen Generation, auf die es Sat.1 ja bekanntlich abgesehen hat. Dass man nun auch auf die Bis-59-Jährigen schielt, passt da gut ins Bild. Um auf Nummer sicher zu gehen, ähneln Studio und Logo der neuen “Kerner”-Show übrigens in verblüffender Weise dem bisherigen ZDF-Outfit.
Doch die älteren Zuschauer alleine reichen nicht: Im Idealfall nimmt Kerner also sein Stammpublikum mit zu Sat.1 und holt noch dazu einige Jüngere von RTL ab, was kompliziert genug werden dürfte. Und dann wäre da auch noch das Vorprogramm, das allerhand Risiken birgt. Ob sich eine Doku über Schwangere tatsächlich als der gewünschte Hoffnungsbringer am Montagabend entpuppt, bleibt abzuwarten. Dass Kerner trotz aller Schwierigkeiten das Wagnis Sat.1 eingeht, ist daher umso beachtlicher. Bleibt zu hoffen, dass er spätestens nach der 30. Sendung von den Zuschauern belohnt wird.
“Kerner”: Montags, 20:15 Uhr, in Sat.1.
Mein Name ist Alexander Krei. Ich schreibe für das Medienmagazin DWDL.de. Doch nicht nur Fernsehen interessiert mich - ich studiere unter anderem Deutsch und Politik. Einen kleinen Einblick soll dieser Blog bieten.