In: MEDIEN
6. Dez 2009
Manchmal macht mir meine Arbeit einfach keinen Spaß. Heute war so ein Tag: Schreiben zu müssen, dass “Wetten, dass..?” mit weniger als neun Millionen Zuschauern so schwach lief wie noch nie, ist mir nicht ganz leicht gefallen, denn die Show ist in gewisser Weise ein treuer Begleiter meines Lebens geworden. Das mag wahrscheinlich etwas hochgegriffen klingen, doch im Grunde trifft es die Formulierung ganz genau: Seit ich denken kann, begleitet mich “Wetten, dass..?”.
“Wetten, dass..?” war für mich stets eine Art Hochamt im deutschen Fernsehen – schon von Kindesbeinen an. Und die Sendung ist es bis heute für mich geblieben. Auch wenn Thomas Gottschalk oft nicht ganz bei der Sache zu sein scheint und, wie am Wochenende geschehen, aus den “Zweiohrküken” mal eben “Kleinohrküken” macht: “Wetten, dass..?” ist und bleibt für mich der Inbegriff der idealen Unterhaltungsshow. Mit allen Höhen und Tiefen, die ganz einfach dazugehören, wenn sich ein Format über fast drei Jahrzehnte am Markt hält.
Das Traurige ist: “Wetten, dass..?” wird vielen erst dann fehlen, wenn es die Show mal nicht mehr gibt. Bis dahin ist es hoffentlich noch ein langer Weg, doch traurig ist es allemal, dass mit “Wetten, dass..?” eines der wenigen Formate an Strahlkraft verliert, das es über Jahrzehnte hinweg schaffte, Oma und Enkel gleichermaßen vor dem Fernseher zu versammeln. Es lebe das Zielgruppen-Fernsehen.
Mein Name ist Alexander Krei. Ich schreibe für das Medienmagazin DWDL.de. Doch nicht nur Fernsehen interessiert mich - ich studiere unter anderem Deutsch und Politik. Einen kleinen Einblick soll dieser Blog bieten.